Hi, ich bin Lou, und dies ist meine Geschichte.
Worte sind mein Werkzeug, meine Zuflucht und manchmal meine einzige Verbindung zu einer Welt, die ich mir oft nicht erklären kann. Mein Leben begann in einem Chaos, das ich mir nicht ausgesucht habe, geprägt von Gewalt, Verlust und der Suche nach Halt. Aber ich bin hier, um zu erzählen, um nicht zu vergessen und vielleicht, um zu heilen.
Es ist schwer, meine Herkunft zu beschreiben. Wo fängt man an zu erklären, wer man ist, wenn man es selbst kaum weiß? Ich will erzählen, wie ich aufgewachsen bin – Bilder von Personen und Ereignissen zeichnen, die mich geprägt haben oder einfach nur für eine Weile Teil meines Lebens waren. Menschen, die grausam waren, übergriffig, brutal. Menschen, die man lieber vergessen würde. Nicht nur, weil die Erinnerung schmerzt, sondern weil sie Ekel hervorruft.
Noch schwieriger ist es zu sagen, wer oder was davon mein Leben wirklich geformt hat. Wer ich heute wäre, hätte ich eine andere Geschichte als meine. Es ist ein Gedanke, der mich immer wieder beschäftigt: Wie viel von mir bin wirklich ich? Und wie viel davon ist einfach das Resultat der Wunden, die mir zugefügt wurden?
Vielleicht schreibe ich deshalb. Weil ich nicht weiß, welche Teile meiner Geschichte relevant sind und welche nicht. Weitsicht fällt eben schwer, wenn man direkt vor dem Spiegel steht. Also schreibe ich nieder, was ich in Worte fassen kann – alles, was greifbar erscheint, ohne zu wissen, ob es zusammen einen Sinn ergibt. Vielleicht, weil ich hoffe, dass es irgendwann jemand liest, der sich in meiner Geschichte wiederfindet. Jemand, der noch an dem Punkt ist, an dem ich damals war – gefangen in Schuld, Schmerz und Selbsthass. Und vielleicht versteht diese Person dann, dass sie nicht allein ist, dass es einen Weg hinaus gibt, selbst wenn er manchmal unmöglich erscheint.
Wenn ich mir den Haufen an getippten Notizen jetzt ansehe, fällt mir auf, dass sie ein seltsames Muster bilden. Es wirkt wie ein Mosaik, ein Puzzle aus Momenten, das sich manchmal stur wiederholt wie ein Mantra. Mein Leben lässt sich nicht in eine Schublade stecken, aber vielleicht in viele kleine. Und so habe ich die Erinnerungen in handliche Portionen gestückelt – oder es zumindest versucht.