Ich habe es mir nach all der Zeit erlaubt, diesen Brief einer Analyse zu unterziehen. Ton und Haltung im Brief Der Ton des Briefes ist scharf, oft defensiv, und in manchen Passagen sogar anklagend. Er schwankt zwischen einer Abwehrhaltung, einer Art verletztem Stolz und einer spürbaren emotionalen Überforderung. Meine Mutter scheint bemüht, sich zu rechtfertigen,„Gaslighting. Dritter Teil.“ weiterlesen
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Gaslighting. Zweiter Teil.
Brief meiner Mutter als Reaktion auf „Muttersturm“, Mai 2005 Hallo Lou, Warum hast du mir dein Buch geschickt? Was willst du damit erreichen? Und was erwartest du von mir? Du wirst meine Meinung dazu lesen, aber sie wird deinen Erwartungen wohl kaum entsprechen. Und deine Drohung, „es zu ignorieren wäre ungesund“, soll mich das beeindrucken?„Gaslighting. Zweiter Teil.“ weiterlesen
Gaslighting.
Anfang 2005 fing ich an zu schreiben. Die Wiederannäherung mit dem Wunsch nach einer Aussprache mit meiner Mutter war missglückt, die intensive Auseinandersetzung meiner Vergangenheit mit Steven blieb strafrechtlich fruchtlos, und die immer weniger werdenden Kontakte zu meiner Mutter machten mir deutlich, dass sie keinerlei Interesse daran hatte, sich mit mir oder meinem Leben auseinander„Gaslighting.“ weiterlesen
Backpulver.
1997. Ich sitze mit meinen Geschwistern am Frühstückstisch, es ist Sonntag. Die Atmosphäre ist trügerisch ruhig, aber mein Bauch zieht sich zusammen. Mama hat die Küche vor ein paar Minuten verlassen. Sie ist irgendwo im hinteren Teil der Wohnung – ein Umstand, der nichts Gutes verheißt. Es bedeutet oft, dass sie meine Sachen durchwühlt. Sie„Backpulver.“ weiterlesen
Rotes Kleid.
Ich sehe dich an. Und mir stockt der Atem. Und wenn ich sage, ich sehe dich an, dann wird keines dieser vier Worte dem gerecht, was gerade in mir passiert. Meine Augen verschlingen dich förmlich, und ein simples „ich sehe dich an“ klingt so trivial und bedeutungslos, dass ich mich kurz selber dafür hasse, nicht„Rotes Kleid.“ weiterlesen
500 DM
Triggerwarnung: Dieser Beitrag enthält SEHR explizite Schilderungen körperlicher Misshandlungen und Gewalt. Bitte lies nicht weiter, wenn du dich nicht bereit dafür fühlst, das auszuhalten! 1995. „Mir fehlt was“, sagt Jörg. Er lehnt lässig am Türrahmen meines Zimmers, aber in seinem Blick liegt etwas, das mir Unbehagen bereitet. Ich sitze an meinem Schreibtisch, fast zehn Jahre„500 DM“ weiterlesen
Autoaggressionen.
(Triggerwarnung: Dieser Blogbeitrag enthält explizite Schilderungen von selbstverletzendem Verhalten. Lies bitte nicht weiter, wenn du dich gerade nicht stabil dafür fühlst.) Ich sitze in dem Zimmer, das für eine unbestimmte Zeit mein neues Zuhause sein wird. Es ist einfach eingerichtet: ein Bett, ein Regal, ein Kleiderschrank. Meine wenigen Habseligkeiten verteilen sich schüchtern darin, als könnten„Autoaggressionen.“ weiterlesen
Papa & Ines.
(Triggerwarnung: unangemessene sexuelle Kontakte) Ich war gerade 17 geworden, als mein Vater mit meiner Exfreundin schlief. Ob „miteinander schlafen“ hier der korrekte Terminus ist, mag fraglich sein vor dem Hintergrund, dass er 41 war und Ines mit 16 Jahren noch minderjährig. Es war allerdings der Terminus, den ich damals verwendete, weil mir in dem Alter„Papa & Ines.“ weiterlesen
Ines.
2002. In der zehnten Klasse war ich in der Fußball-AG. Es war eine der wenigen Aktivitäten, die ich wirklich liebte – nicht nur, weil ich mich beim Fußball frei fühlte, sondern auch, weil ich dabei vergessen konnte, was außerhalb des Spielfelds war. Ich hatte bis dato schon (mehr oder weniger heimlich) feste Freunde gehabt, aber„Ines.“ weiterlesen
Neue Nachbarn.
(Triggerwarnung: Im folgenden Beitrag wird sexualisierte Gewalt geschildert, die belastend und retraumatisierend sein kann.) 2000. Ich war 14, als wir kurz vor Ostern neue Nachbarn bekamen, die das Restaurant unter uns pachteten. Ein junges Paar, er 32 und Koch, sie 28 und die Chefin im Service. Mama bot sich, wie schon bei den vorherigen immerzu„Neue Nachbarn.“ weiterlesen